Dear 36 year old me…

ich hab einen sehr emotionalen Spot gesehen, der so anfängt. Das Thema ist ernst (es geht um Hautkrebs-Vorsorge) daher an dieser Stelle auch keine witzigen Ausführungen, aber ich finde den Einstieg gut. Weil ich mir heute wieder die Frage gestellt habe: „Was wird in 2, 5 oder 10 Jahren sein?“. Ich möchte in 2,5 oder 10 Jahren diesen Blogpost lesen und kucken, ob ich recht hatte mit den Fragen, die mir durch den Kopf gehen.

Vor ca. 3,5 Jahren stand ich vor dem Marketing-Vorstand eines Unternehmens und es ging das Thema „Mobile“. Das iPhone gab´s zu dem Zeitpunkt schon….und trotzdem meinte man „Handies ? Was soll mit denen sein? Mobile Internet ? Ja, schön und gut, aber nicht unbedingt jetzt etwas auf das man einen Fokus legen sollte.“ Kurze Zeit später wurde Mobile auf die Prio-Liste geschrieben…nichts ging mehr OHNE Mobile.

Werden wir alle Elektroautos fahren? Wird die Welt noch nach den Regeln von 2012 spielen oder werden neue Regeln erfunden werden ? Wir werden wir mit einander reden ? Werden wir überhaupt noch miteinander reden oder kommunizieren wir dann nur noch?

Warum reden, wenn ich chatten kann ? Warum jemandem face-to-face gegenüberstehen wenn ich ihn/sie mir per Webcam zur Videokonferenz dazuholen bzw. per Klick mit der Maus wieder verschwinden lassen kann?

Die Technik versetzt uns in die Lage das wir immer mehr Daten durch die Luft oder per Kabel hin- und her schicken können. Wir sind in der Lage mittels LTE Mobil Geschwindigkeiten zu erreichen, mit denen man ohne Probleme inzwischen MMORPG´s zocken könnte. Mobile Endgeräte (Smartphones & Tablets) sind in den 2. und 3. Generationen inzwischen midestens mit Dual-Core Prozessoren ausgerüstet die sich vor Netbooks nicht mehr verstecken müssen. Eine Frage der Zeit, bis auch hier an der Untergrenze von Notebooks gekratzt wird.

Und was machen wir damit ? Wir checken unsere Mails, kucken Videos auf Youtube, checken unseren facebook oder Google+-Status, Twittern, machen Fotos oder hören Musik….ach ja, gelegentlich telefonieren wir auch noch damit (damn, das vergesse ich immer wieder).

Ich glaube, mit den Beschreibungen hab ich 80% der Tätigkeiten die Leute mit ihren mobilen Endgeräten machen abgedeckt.

Wenn ich mir also diese Tätigkeiten anschaue, und lege die immensen Fortschritte im Bereich der Technik neben dran…dann frag ich mich: braucht man das wirklich, was die Hersteller mobiler Endgeräte gerade machen/entwickeln ? Wäre hier nicht ein sinnvollerer Ansatz statt das Gegebene immer weiter und weiter auszubauen lieber in neuen Richtungen zu denken? Facebook wird immer Facebook bleiben, egal wie schnell mein mobiles Endgerät am Ende des Tages sein wird…Youtube-Videos werden auch immer abspielbar bleiben…selbst wenn ich „nur“ 3G verwende….und mit dem Mobilen Endgerät endlos Mails zu schreiben mit 1 GB Datei-Anhänge…seh ich im Moment auch noch nicht.

Neue Ideen braucht das Land !

„Eins für Alles…und Alles in Einem“

Einen sehr schönen Ansatz verfolgt meiner Ansicht nach Asus mit dem Padfone. Leistung: JA…aber auch verpackt in ein innovatives Konzept. Das Handy als „Mutter aller Endgeräte“. Brauchte ich vorher drei Geräte, mache ich heute aus einem Gerät drei Geräte.

Hier die Präsentation des padfones durch den CEO Johnny Shih:

(Anmerkung des Autors: Ok, den Charme einer Apple keynote hat DAS nun wirklich nicht, der Kollege wirkt wie ein sehr schlechter Marktschreier und sein Witz und sein schauspielerisches Talent sind nicht frei von einer unfreiwilligen Komik…man beachte 11:49min….aber let s concentrate on the product.)

Das Geräte ist für mich als bekennender Appel-Fan der erste wirklich ernst zu nehmende iPhone/iPad-Killer. Gerüchten zu Folge werden beide Geräte (Phone+Tablet) zusammen nicht mehr als ein iPhone kosten. Sollte das wirklich zutreffen, und die technischen Daten so stimmen (Dual-Core 1,5 Ghz Prozessor, 1GB Ram, Android 4.0 Ice Cream Sandwich und noch so ein paar Nettigkeiten), muss man sich wirklich als Apple User fragen, ob sich der Invest in ein iPhone 5 + iPad3 lohnt. So gesehen zahlt man für diese Kombination fast das Doppelte. Und das iOS 5.1 soviel weiter vor Android 4.0 ist … da lasse ich mal Experten urteilen. Mein persönliches Gefühl ist eher: Der Unterschied ist kleiner geworden. Zumal Android aufgrund seiner weniger restriktiven Einstellung immer mehr Boden zu Apple gut macht.

Aber hier wird meiner Meinung nach ein wichtiger und richtiger Schritt gegangen, nämlich die Konzentration meherer Geräte-Typen. Das was vor Jahren beim Handy gemacht wurde…nämlich die Konzentration mehrer Geräte in Einem (Telefon, Musikplayer, Kamera, Internet-Device), wird hier in seine nächste Stufe geführt. Warum sollte ich eine „Cloud“ nutzen um Daten auf mehreren Geräte-Typen zu haben, wenn ich ein Gerät habe, das mir die Daten auf mehreren Devices darstellen kann UND dann noch in die Cloud speichern kann, wenn ich dies wünsche?

Hier noch ein schönes Unboxing-Video zum padfone

Aber es braucht mehr von DIESEN Ideen. Die Zeiten, in denen nur noch in einer „Single-Device“ Strategie gedacht wurde sind vorbei. Apple hat s vor gemacht…Android bzw. die diversen Mobilgeräte Hersteller haben es nachgemacht…Produkte & Services müssen ganzheitlich betrachtet werden. Nur in der Kombination verschiedener Komponenten macht es noch Sinn langfristig erfolgreich zu sein und auch die Wünsche der Kunden zu befriedigen.

„Schau mir in die Linse, Kleines“

Wie´s NICHT funktioniert zeigt einmal mehr Nokia. Wenn mich jemand fragen würde, was einer der Gründe für Nokia´s Niedergang ist, dann bekäme er seit Barcelona 2012 die Antwort „Nokia 808 Pure View“. Ein Handy mit einem 41 Megapixel Kamerasensor.
Hat sich eigentlich irgendjemand da oben im Norden gefragt, wofür man das braucht ? Ein Handy das mehr Kamera ist als Handy ?!? Und was nützt der geilste Kamerasensor ohne den entsprechenden Blitz ? Und was soll ich damit machen ?!? Urlaubsfotos ? Die kann ich auch mit einem 8 Megapixel Smartphone ganz vorzüglich machen… Fotoshootings ? Come on…dafür nehm ich ne Spiegel-Reflexkamera…da bekomm ich die Bilder 10x besser hin. Und dann auch noch das veraltete Symbian-Betriebssystem, was inzwischen Lichtjahre hinter iOS und Android hängt und lausige Schnittstellen zu anderen Herstellern hat (nämlich gar keine mehr zu aktuellen Modellen!). Ich hab echt gedacht, das der Zusammenschluss mit Microsoft eine Art „Erleuchtung“ in den Reihen des Vorstands von Nokia gewesen ist in Bezug auf eine Plattformtechnik die ausbaufähig ist…da lag ich wohl falsch. Bleibt einem echt nur zu sagen: Schade Nokia, Satz mit X … das wird nix.

Der Service im Phone – Das Servicephone !

Nein, immer mehr Power in die Smartphones zu bringen macht nur begrenzt Sinn, da die Entwicklung entsprechender Software im Moment noch hinten an steht. Die einzige Sparte, die Tablets und Smartphones an die Grenzen und immer weiter treibt, ist die Spiele-Industrie. Die freuen sich über jeden Leistungsschub mit jeder neuen Generation an mobilen Endgeräten, weil Sie dann immer mehr den Maschinen mit ihren Games zumuten können. Aber was ist mit den „ernsthaften“ Anwendungen ? Kommt schon Leute, da geht was !

Was ist mit dem Medizinischen Bereich ? Tablets in die Operationssäle…per WiFi bekommt der Arzt immer die neuesten Vitaldaten seines Patienten auf s Tablet ohne das irgendwo Kabel rumhängen. und wenn man Hilfe braucht…per Kamera die Daten an den Oberarzt der gerade unterwegs ist auf Smartphone im Live-Modus…der soll sich das mal anschauen. Vergiss das altmodische „Krankenblatt“….Tablets in die Krankenhäuser !

Das Tablet als „Datenblatt“ in der Autowerkstatt das vom Automobilhersteller online geupdated wird, sodass der Mechaniker immer weiss, was sich an dem Auto geändert hat, welches er gerade vor sich stehen hat, ohne groß in irgendwelchen Katalogen wälzen zu müssen….Teil kaputt? Mit ein paar Touchs auf dem Tablet wird das Teil markiert und das System sagt, ob es im Lager ist oder bestellt werden muss.

Alte Menschen, die im Heim wohnen und ihre Verwandschaft selten sehen? Touchpad…Skype mit einem „Silver Sufer Interface“ installieren und schon gibt s Videotelefonie mit dem Enkel.

Der Punkt ist: Hardware alleine wird nicht das Rennen machen. Es muss in Zukunft viel mehr darum gehen, Software noch besser an die Hardware anzupassen um mehr und noch mehr aus dem mobilen Endgerät zu holen.

Services müssen viel enger mit der Hardware verbunden werden….sie muss nativ werden. Gerade weil wir auf ein „Silver Surfer“-Zeitalter zusteuern muss Technik einfach im Frontend sein. Kaum Erklärungen…try&error muss reichen. Wie kompliziert das Ganze im Backend aussieht, darf nicht das Thema sein.

Nein, der Weg der im Moment gegangen wird kann vielleicht den „Apple-Jünger“ noch glücklich machen, wenn er auf sein iPhone5, 5s, 6 etc. wartet…aber mal ehrlich: Kann das der Weisheit letzter Schluss sein? Ich hoffe nicht.

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