republica 2012: Day 2 – bzw. was Gestern noch passierte

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Tag 2

So, der ersten Tag auf der re-publica 2012 ist rum und den ersten Vortrag zum Thema Web 2.0 im Bereich Medizin hab ich auch schon mir angesehen. Erstaunlich wie weit man in Amerika zum Thema 2.0 schon ist…wo wir hier in Deutschland noch ein paar Lichtjahre hinten anstehen…Crowdfounding, Online-Diagnose die Technik hat Einzug gehalten in den USA, wobei ich mich hier schon frage ob ich jubeln oder mein Bedauern aussprechen muss wenn Menschen versuchen per Crowdfounding lebensrettende Operationen zu finanzieren.

An der Stelle hat meiner Meinung nach das Gesundheitswesen sowas von versagt das es mir die Galle hochtreibt.

Ich lasse meinen 11 Uhr Vortrag mal ausfallen, weil ich noch einmal auf Day 1 eingehen möchte.

Sascha Lobo gibt sich die Ehre…

Bevor alles in Richtung re-fill Bar gegen 20:30 Uhr gestürmt ist, gabs noch einen Vortrag von „The Godfather of German Blogging“ Sascha Lobo himselfe. Der Saal war brechend voll und das Ganze hatte mehr so das Feeling wie in so nem TV-Gottesdienst, wo die Menge auf den Showpriester wartet der dann mit Lichteffekten, Gospelchor und Glitzeranzug die Bühne betritt…Halleluja in die Menge skandiert und so allerlei Seelenheil verspricht.

Bei den „Netzmenschen“ ist das ein wenig anders. Die warten darauf das Sascha Lobo die Bühne betritt und wie im letzten Jahr erstmal die versammelte Zuhörerschaft zur Sau macht, ihre Inkompetenz hervorhebt und das Vollversagen der kompletten deutschen Bloggerszene in einem fast einstündigen Monolog zelebriert, unter dem tosenden Beifall der beschriebenen Personen. Irgendwie sind Netzmenschen ein Völkchen für sich. Und nicht jeder versteht das. Jedenfalls, die Menge wartete in masochistischer Erwartung auf die verbalen Hiebe ihres Großmeisters …doch die blieben aus. WHAT?!?!?! Sascha Lobo auf Kuschelkurs…den ganzen Vortrag lang. Ok, natürlich blieb die eine oder andere Selbstbeweihräucherungseinlage nicht aus, aber der Tenor war schon mehr in Richtung: Da habt ihr ja mal 1 Jahr lang was (fast) richtig gemacht. Er lobte die „Netzmenschen“ für ihren Alarm den sie wegen ACTA und deren Ausgeburten gemacht haben und generell das die Blogger-Szene Aktivität an den Tag legt wenn es darum geht die Massen zu mobilisieren.

Ein Sturm zieht auf.

Was mich nachdenklich gestimmt hat, waren die „dunklen Wolken“ und den „Sturm“ der aufzieht in Bezug auf „freies Internet“. Er warnte vor dem „Facebook, Youtube, Google“-Web…in dem Menschen nur noch sich in diesem Kosmos bewegen und nicht mehr wissen, was Internet bedeutet…nämlich den ungehinderten Zugang zu ALLEN Informationen…und nicht nur zu denen, welche Google aufgrund deines Profils für dich vorsieht.

Daraus könnte man jetzt auch eine wunderbare Ableitung zu unserem Agentur-Job ziehen: wie kreativ kann jemand sein, der seine Inspiration aus vorbeiflatterten Medien nur noch beziehen kann? Ist das dann noch Kreation…oder doch mehr Manipulation? Ein Lachs der immer dieses Carotin-Zeug futtert, dessen Fleisch wird dann ja auch so…na ja …eben Lachsrosa (oder wie immer man das auch nennt). Daher kann es nicht nur im Interesse der „Netzmenschen“ liegen hier Alarm zu schlagen sondern es muss im Sinne aller kreativen Menschen…nein ALLER Menschen liegen hier den Preis der Sicherheit und des Urheberrechts mit dem Preis der digitalen Freiheit zu bezahlen.

Wow, jetzt bin ich doch etwas abgedriftet…egal, ich werde mich in meinem „Allerwelts“-Blog mit dem Thema beschäftigen…back to topic…back to Sascha L. .

Macht schon nachdenklich…

Also neben all seinem Ego-Ich-bin-der-Geilste Geblubbere und seiner amüsanten Anekdote zum Thema Piraten-Partei und liquid democracy, gab s Streicheleinheiten und einen direkten Aufruf an die Menge weiterhin laut zu sein und das zu tun, was das Internet so einzigartig macht…freie Informationen zu erhalten, zu verarbeiten aber auch bereit zu stellen.

Der Mann ist einfach ein genialer Entertainer, der sich aber sehr wohl bewusst ist, das er Influencer No.1 hier in Deutschland ist, was die Blogger-Szene betrifft. Seine Meinung wird wohl auch nicht ungehört bleiben.Als dann Sascha Lobo unter dem Applaus der Menge verabschiedet wurde, ging die Information bzgl. dem Freibier in der re:fill Bar fast unter….aber auch nur fast.

Also ging s dann nochmal mit den Anderen auf ein oder zwei FABs. Die hat man sich auch nach fast 10 Stunden Vorträgen echt verdient.

Fazit

Mein Resümee: ein sehr guter erster Tag. Ich bin von der Menge an interessanten Menschen begeistert! Nicht unbedingt weil hier auch so die „Stars“ der Szene rumrennen, sondern mehr so die Masse an Leuten, die hier ein großes gemeinsames Interesse haben. I like!

Zum Abschluss von meines Berichts zu Day 1 muss ich dann doch nochmal in den Troll-Moduso wechseln:

Tag 2 eines der wichtigsten deutschen Social-Media Events, wenn nicht sogar DAS Wichtigste und kein W-LAN…ganz ehrlich, da hat die Organisation komplett gepennt. Über die Voranmeldung konnte man schon abschätzen wieviele Menschen hier aufschlagen werden…und das die nicht nur Handies dabei haben mit denen man SMS schreiben und telefonieren kann, dafür braucht man auch kein Hellseher sein. Trotzdem hat man s nicht geschafft hier eine Infrastruktur aufzubauen, die das abfangen kann. Fettes Minus!

Tip für deinen re:publica Besuch:

Immer einen Mehrfachstecker mitnehmen. Die Steckdosen sind wirklich begrenzt. Oder hoffen, das eine pfiffige Agentur einen Stromanbieter zu einer PoS-Aktion überreden kann.

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