Fairphone – der richtige Ansatz

Prototyp des Fairphone  |  © Fairphone

Vor ein paar Tagen stieß ich auf einen Bericht bei Golem. Ein „Fairphone“? … Ok, iPhone kennt man…Smartphone, ok auch n Begriff…aber Fairphone? Irgendwie musste ich im ersten Moment direkt an Kaffee & Ökoläden denken…und die Denkrichtung war auch nicht unverkehrt. Das Fairphone ist das erste nachweislich „fair“ erstellte Smartphone.

1. Ausstattung

Was ich so bei den Unboxings auf Youtube gesehen hab, kommt das Fairphone recht spartanisch daher. Kein Ladekabel…kein Headset…hmm. Ok, das Argument von wegen das man immer ein altes Micro-USB Ladekabel hat, lass ich noch durchgehen. Aber kein Headset? Ich telefoniere gerne via Headset…gerade im Auto wenn ich laufe. Im Winter hab ich meine Hände lieber in der Tasche denn eine Hand mit Telefon am Ohr. Daher würde mich an der Stelle interessieren, ob sich das Fairphone mit Headsets anderer Marken verträgt. Was richtig gut angekommen ist (trotz des Mehrgewichts) ist die Metallabdeckung hinten, die die Wertigkeit wohl merklich erhöht.

2. Technische Spezifikationen

Was man so von den verschiedenen Tech-Portalen zusammengetragen hat sehn die Specs dieses Phones wie folgt aus:

  • Auflösung: 960×540
  • Prozessor: Mediatek-MT6589M-Quad-Core-Prozessor mit 1,2 Ghz
  • Betriebssystem: Android 4.2.2
  • SIM: Dual-Sim
  • Speicher: 16 GB (erweiterbar um bis zu 64GB mit Micro-SD Card)
  • RAM: 1 GB
  • Kamera (Back): 8 MP
  • Kamera (Front): 1,3 MP
  • Batterie: 2000 Milliamper
  • W-Lan: 802.11b/g/n
  • Bluetooth: 4.0LE
  • LTE: nein
  • NFC: nein
  • Gewicht: 170gr
  • Preis: rund 325 EUR

Klingt ja alles jetzt nicht mal soooooo schlecht. Ok, gegen S4, HTC One oder iPhone 5S kommt man mit der Ausstattung nicht an…aber das soll ja nicht Sinn und Zweck der Sache sein.

3. Produkt-Demo

Für die Performance hab ich mal bei Youtube und anderen Plattformen  etwas gesucht und mal geschaut, was das Web zu dem Thema so zum Besten gibt. Bei Golem gab es das folgende Video:

Und die Jungs von ComputerBILD haben sich das Fairphone angeschaut:

4. Technischer Überblick

Das das Handy von der technischen Seite kein Meilenstein ist zeigen Auflösung und der zum Einsatz kommende Prozessor. Auch die Auflösung des Displays reisst jetzt niemanden aus dem Sessel. Mit der 960×540 Auflösung kommt man nicht an die High-End Geräte von Apple, Samsung und HTC ran. Und wenn ich so die Sache mit der Kamera sehe, hat man da auch keine „Glanzstück“ abgeliefert.

Was jedoch positiv überall bemerkt wurde, war der Root-Zugriff ab Werk, den man sonst nicht hat. Das erleichtert dann die Anpassung des Handies doch im einiges für die Leute, die sich damit auskennen. Dafür gibt s einen Pluspunkt!

Ein weiteren Pluspunkt gibt´s für die Multi-SIM Card Option. Wobei ich hier nicht erkennen konnte, wie das funktioniert. Samsung hat zwar auch solche Handies, aber da gabs Kritik für…daher müßte man mal ein weiteres Video abwarten. Da hat Apple auch noch nichts vergleichbares im Angebot.

5. Fair Trade Aspekt

Fair Trade kennt man ja schon von Kaffee und Textilien. Beim Thema „Elektronik“ begibt man sich auf Neuland. Mir ist noch nicht bewußt das es einen so erfolgreichen Ansatz gab wie jetzt bei Fairphone. Die Hersteller achten auf konfliktfreie Ressourcen und setzten bei der Produktion auf faire Löhne und Arbeitsbedinungen. Das man ausgerechnet in China fündig geworden ist wundert mich hier dann doch a weng. Gerade durch Apple´s Haus und Hofhersteller Foxconn sind man ja aus China jetzt nicht unbedingt von solch humanen Arbeitsumfelder bekannt. Aber die Transparenz ist gegeben und die Hersteller legen sehr viel wert bei der Transparenz wie die Teile hergestellt werden und auch wie die Handies zusammengebaut werden. Das lässt man auch regelmäßig kontrollieren. Das sich solch ein Produktionsumfeld und die entsprechende Ressourcenbeschaffung auf den Preis niederschlägt ist da nicht verwunderlich.

6. Fazit

Nach einhelliger Meinung aller Blogs, Videos und Zeitschriften handelt es sich bei dem Fairphone nicht um einen Technik-Knaller. Eher um ein etwas teureres Mittelklasse Smartphone mit ner schlechten Kamera. ABER (und hier kommt das große ABER) es ist mit Sicherheit der richtige Ansatz mit Menschen und Ressourcen besser umzugehen. Da können sich die großen Hersteller ruhig mal ne Scheibe abschneiden, bzw. mal genauer hinschauen. Und ob ein iPhone statt 699.- EUR dann 720 EUR kostet…who cares? Seien wir ehrlich gerade die großen Hersteller schöffeln Milliarden Dollars durch diese elektronischen Gadgets. Es wäre an der Zeit hier mal nen Gang zurück zu schalten. 20 US$ weniger Gewinn pro Smartphone würde die Konzerne nicht in den Ruin treiben…aber sehr wohl nen Beitrag zu Verbesserung von Arbeitsbedingungen Beitragen.

Auch die Art wie das Fairphone konstruiert ist (in Bezug auf Recycling und Wartung) um einiges den „Großen“ der Branche voraus. Wobei ich mich frage, ob das nicht gewollt ist, auf das man möglichst regelmäßig neue Handies kauft. Finde ich persönlich ne grenzwertige Einstellung.

Was mir dennoch echt postiv hängen geblieben ist, ist der standardmäßige Root-Zugriff auf das puristische Android 4.2.2.  Das hat komischer Weise KEINER der großen Hersteller HTC, Samsung & Co. Da fragt man sich…wieso eigentlich nicht?

Von dem was ich bis dato von dem Handy weiss, ist es ein echt guter Ansatz und der erste Ansatz der ernst genommen werden sollte und muss. Das die 25.000 Stk. der Erstproduktion schnell vergriffen waren verwundert daher nicht sonderlich. Ich hoffe und wünsche den Jungs von Fairphone weiterhin einen so durchschlagenden Erfolg. Sollte der Tag kommen das die Fairphones ohne lange Wartezeiten erhältlich sind. Dann kommt das Ding trotz seiner Schwächen in Punkto Kamera und Leistung auf meine Liste…und zwar ganz weit nach oben.

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