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Ich hab mir Tim Cooks letzte Keynote angeschaut und bin fasziniert. Apple ist wieder dort wo sie sein wollten: Ganz oben auf der Erfolgswelle. Das iPhone 6 verkauft sich wie geschnitten Brot. Und die Abstände in denen Apple inzwischen neue Produkte auf den Markt wirft steht den anderen Herstellern kaum noch irgendwie nach. Jetzt hat Tim Cook auf der letzten Keynote einen „alten Bekannten“ wiederbelebt. Das MacBook ist wieder da! Wir erinnern uns…die MacBooks waren die „kleinen Brüder“ der Pro-Serie. Nicht in silber, sondern in weiß gehalten. Sie waren nicht ganz so stark ausgerüstet wie die Pro´s aber zum arbeiten waren sie ganz gut…und ein absoluter Hinkucker waren sie auf alle Fälle! Das war damals…aber nun gibt´s ja die Dinger wieder. Very nice….dachte ich.

Also hab ich mir mal die Specs angeschaut:

  • 256 GB PCIe-basierter Flash-Speicher (On‑Board)1
  • 1,1 GHz Dual-Core
    Intel Core M Prozessor
    Turbo Boost bis zu 2,4 GHz
  • 8 GB Arbeitsspeicher
  • Intel HD Graphics 5300

und das Ganze für 1.449 EUR.

Was mach ich mit diesem Teil, außer das es dünn ist und nen guten Akku hat (angeblich, da noch nicht live getestet). Der Prozessor ist für etwas anspruchsvollere Aufgaben doch reichlich schwach brüstig. Ich hab mir mal ein paar Testberichte zum Intel Core M angeschaut. So n richtiger Brüller ist der Prozessor ist das Teil nun nicht unbedingt. Er ist ein Stromsparer….that´s basically it (und ehrlicher Weise muss man sagen, dass es nicht mal das ist). Die CHIP hat einen sehr interessanten Test gefahren. INTEL M vs. INTEL i3 und selbst gegen den „kleineren“ i3 schneidet der INTEL M etwas schlechter ab. (Link zum Artikel: https://www.chip.de/artikel/Intel-Core-M-Test-Die-CPU-im-neuen-12-Zoll-MacBook_76399051.html ).

Da heißt es:

Für welche Anwender passt der Core M?

Für Schnäppchenfüchse ist der Broadwell-Prozessor eher uninteressant, Geräte mit Core-M sind teuer und bieten vergleichsweise wenig Leistung.

und…

Wir nutzen dafür den Maxon Cinebench R15, der einmal die Gesamtleistung des Chips misst und dann die individuelle Leistung der Kerne. Der Einzelkerntest gibt für den Core i3 72 Punkte aus, der Core M schafft 78 Punkte. In der Gesamtleistung schafft der Core M 186 Punkte, der i3 kommt auf 201 Punkte.

Was mich aber echt etwas wundert ist die Tatsache das Apple irgendwie seine eigenen Produkte kannibalisiert. Ich war mal auf der Seite von apple.de und hab mir einfach mal die Leistungsmerkmale vom MacBook angeschaut, und die vom MacBook Pro (mit Retina-Display) daneben gestellt. Beides Geräte die bei 1.449 EUR los gehen.
macbook_screen_1

Ok, das MacBook ist dünner und leichter….point taken. Dafür muss ich 1″ Zoll Bildschirm abtreten und auch bei der max. Auflösung muss das MacBook seinem „Pro“-Brother den Punkt abtreten. Das es das MacBook in 3 Farben gibt erachte ich nicht wirklich als Vorteil…wer, außer ein paar „High-Maintenance Women“, kauft sich denn bitte ein goldenes MacBook?!??  Ich zieh dem Ding eher noch einen Punkt ab, weil ich keinen Leucht-Apfel mehr bei dem MacBook hab (Wenn das Steve noch erlebt hätte, der hätte euch in den Hintern getreten!!)

macbook_screen_2

So…next round. Prozessor: INTEL M gegen einen i5…da ist nicht viel zu sagen. i5 des Pro´s dürfte in den Leistungswerten dem Intel M überlegen sein, wenn der i3 schon besser abschneidet. Beim RAM sind Beide gleich auf…jeweils 8 GB gibt´s in der Grundausstattung. Das MacBook punktet erstmals gegenüber den Pro mit doppel soviel SSD-Space als das Pro, und darf den Punkt auch gleich wieder abtreten, da beim Grafik-Prozessor die schwächerer Variante verbaut wurde.

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Kommen wir zu dem was Tim Cook als die eigentliche Stärke des MacBooks hervorgehoben hat: Der Akku-Laufzeit. Der neue Super-Akku schlägt sich nicht schlecht….nur komischer Weise wird auch hier das „Pro“ wieder mit einer besseren Akku-Laufzeit angegeben. Das muss mir jetzt mal einer kurz erklären…ist nicht die Akku-Laufzeit einer der wesentlichen Punkte bei Laptops???

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Um diesem Drama einen schnelles Ende zu bereiten, schauen wir noch schnell auf den letzten Abschnitt des Leistungsvergleichs. Da sehe ich ich eine Menge Anschlüsse beim MacBook Pro und einen (!!!!) USB-C Anschluss auf der Seite des Mac Books. Von der fehlenden HD Kamera und dem fehlenden SDHX Slot rede ich jetzt mal nicht mehr.

Wie gesagt: Beides Apple Produkte….Beides ab 1.449 EUR käuflich im Apple Store des Vertrauens zu erwerben.

Fazit:

Ich find das schon ziemlich dreist was Apple hier mit diesem MacBook abzieht. Da hilft auch die tolle Show von Tim Cook nicht. Das Gerät bietet weniger für das gleiche Geld, und verkauft wird das Teil auch noch als „Fortschritt“. Come one!!!

Und selbst wenn ich nicht das MacBook Pro ran ziehe, sondern das MacBook Air 13″ bekomme ich lediglich 300gr Gewichtsersparnis und sage und schreibe 4mm (!!) Höheneinsparung. Wo diese 4mm sich bezahlt machen muss man mir auch erstmal bitte erklären….im Normalfall arbeite ich mit einem aufgeklappten Notebook. Dafür muss ich mit weniger Akkulaufzeit und einem schwächeren Prozessoren bezahlen.

Ich bin ja bereit einen entsprechenden Betrag für Apple-Produkte auszugeben. Mein MacBook Pro 15″ ist mir lieb und teuer und seit Jahren mein treuer Wegbegleiter…aber wenn ich demnächst wieder mal ein paar Euronen in die Hand nehme, dann möchte ich bitte schon mehr Leistung und nicht weniger. Und das verkauft Apple den Leuten gerade. Was man Apple zu Gute halten muss ist die Tatsache, dass sie immer wieder Vorreiter sind. Wo die PC-Welt gerade mit den Zenbooks und wie sie nicht alle heißen versuchen hin zu kommen, da ist Apple schon. Das hat natürlich seinen Preis. Ob man diesen bezahlen will bleibt jedem selbst überlassen.

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