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Einleitung

Als der Abspann lief, hab ich vor meinem PC gesessen und hab erstmal eine ganze Weile auf diesen Bildschirm gestarrt. In meinem Kopf schwirrten die Gedanken und ich hatte mir gerade die letzte Träne von der Wange gewischt. Danach bin ich erstmal von meinem Schreibtisch weg und musste eine rauchen, um runter zu kommen. Was ist da passiert? Life is strange ist passiert. Seit Wing Commander hatte ich nicht mehr solche Emotionen bei einem Computerspiel erlebt. Ich erinnere mich noch genau, was mich in Wing Commander gepackt hatte. Es war die Szene, als Rhalgar na Hhallas aka Hobbes die Pilotin Cobra tötete, weil diese ihn bei dem Versuch gehindert hat Pläne über die tektonische Waffe an die Kilrathi zu übermitteln. Damals hatte ich auch nur das Gefühl von Wut, Zorn und Aggression und wollte diesem Fellknäuel den gar ausmachen. Das ist lange lange her. Seitdem sind viele Spiele gekommen und wieder gegangen.

Die haben auch alle immer Spaß gemacht zu spielen und bei World of Warcraft kann man schon in dieser großen farbenfrohen Welt und Story eintauchen…aber so richtig großes Emotionskino war und ist das nicht. Ganz im Gegensatz zu „Life is strange“.

Die Story

Nach 5 Jahren kehrt die 18-jährige Maxine „Max“ Caulfield in ihren Heimatort Arcadia Bay zurück, um an der Blackwell Academy Fotografie zu studieren. Während einer Unterrichtsstunde bei ihrem Lieblings-Dozenten Mr. Jefferson entdeckt sie das sie die Gabe hat die Zeit zu manipulieren. Damit nehmen die Ereignisse ihren Lauf, die die Handlung des Spiels ausmachen. Zentrale Figur in dem auf 5. Episoden ausgelegten Spiel ist neben Max noch Cholé, ihre beste Freundin aus Kindertagen die bei einem Zwischenfall erschossen wird. Max kann dieses Ereignis dank ihrer gewonnenen Fähigkeit verhindern setzt aber dadurch eine Kette von verhängnisvollen Ereignissen in Gang.

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Spielprinzip

Das ist Emotion pur. Das Spielprinzip ist dem von Spielen wie „Beyond two souls“ eher ein Film, den man mit seinen Entscheidungen beeinflusst. Zwischendurch gibt es ein paar kleine Rätsel…aber so richtige Actioneinlage gibt es nicht. Eher so kleine Geschicklichkeits-Einlagen.

Was dieses Spiel so anders macht, als so viele Spiele die auf dem Markt sind.

Der wohl größte Pluspunkt dieses Spiels ist die Geschichte, die einen schon früh in ihren Bann zieht und dann nicht mehr los lässt. Neben dem Mysterie-Part spielen all diese Themen eine Rolle, die ein Teenager in seiner Schulzeit so erfahren kann. Die richtige Clique, echte Freunde und die Liebe. Aber auch Themen die sonst eher tabuisiert werden wie Drogen, Mobbing und der Tod in der Familie werden in diesem Spiel zu einer packenden und liebevollen Story zusammengestrickt.

Grafisch mag das Spiel vielleicht nicht ausreizen, was heutzutage möglich ist…aber das braucht es auch nicht. Die Bilder und Szenen sind mit einer solchen Liebe zum Detail umgesetzt das man sich auch so wunderbar in die Welt der Max Claufield hineinversetzen kann.

Aber was in diesem Spiel schlichtweg der Hammer ist, ist der Soundtrack. Ich hab schon ewig nicht mehr einen Soundtrack für ein Game gehört der sich so 100%ig in ein Spiel einfügt und es so ergänzt und nach vorne bringt. Jeder dieser Indie-Tracks ist eine Punktlandung in dem Spiel…genau an der Stelle musste es genau dieser Track sein…und nichts Anderes hätte an dieser Stelle auch gepasst. Wer mal rein hören will, kann sich den Soundtrack hier anhören.

Warum ich euch dieses Spiel ans Herz lege

Ich spiele seit jetzt gut 25 Jahren Computerspiele. Manche bringen einen zum Dauerlachen (z.B. Monkey Island) andere fesseln einen mit ihrer Action (z.B. Call of Duty) oder durch ihren Spielspass (bei mir z.B. Dota2), aber nur ganz ganz wenige Spiele schaffen eine so dichte Atmosphäre das man um sich herum alles vergisst. Wie anfangs erwähnt hatte ich ein ähnliches Erlebnis bei der Wing Commander – Serie…aber dann kam ganz ganz lange nichts mehr eben bis ich mir Life is strange gekauft habe. Die Story war einfach zu gut. Man war plötzlich wieder Teenager und sieht sich wieder mit den Problemen konfrontiert, mit denen man sich als Schüler konfrontiert sah.
Und wenn man dachte, man kann die Probleme mit dem Wissen das man heutzutage als Erwachsener hat nun besser und objektiver lösen, so wird man hier sehr direkt an Grenzen geführt die das eigene moralische Empfinden vorgibt. Ich habe mir vorgenommen in diesem Artikel nicht zu spoilern, aber noch nie ist es mir in einem Computerspiel so schwer gefallen das „Richtige“ zu tun.

Die Entscheidungen liegen objektiv betrachtet immer auf der Hand…aber diese Entscheidungen dann auch umzusetzen, das hat mir das eine ums andere Mal in diesem Spiel den Magen umgedreht und so falsch haben sich noch nie zum Teil „richtige“ Entscheidungen angefühlt.

Von dem Ende will ich gar nicht reden…nur soviel: Obwohl ich von Usern schon gelesen hab, dass sie extrem nah am Wasser gebaut waren, hätte ich nicht gedacht das ich bei dem Ende so emotional mitgenommen sein würde. Und mir sind auch die Tränen über die Wangen gelaufen. Und das ist etwas das so ein Computerspiel noch nicht geschafft hat.

Fazit

Mit Life is strange ist den Entwicklern von Dontnod Entertainment ein echter Emotions-Hit gelungen. Kaum ein Spiel hat eine dichtere Story und entführt den Spieler in die Welt von Maxine „Max“ Caulfield die eine Mischung aus Twin Peaks und Dawsons Creek ist. Wenn es ein Spiel schafft das man sich nur noch auf den Bildschirm fokussiert, man lacht und weint, weil man mit seinem Spielecharakter verschmilzt, dann kann man mit Fug und Recht von einem Spiele-Kracher sprechen. Dazu noch ein Soundtrack der auch ohne Spiel den Weg in meine Playlist gefunden hat.

Großes Emotions-Kino!

Kosten

Das Spiel (alle 5 Episoden) kostet bei Steam im Moment 19,99€

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