Einleitung

Mit der Änderung der AGBs macht Whatsapp den Weg frei für das was eh nur eine Frage der Zeit war, nämlich der engeren Verzahnung von Facebook und Whatsapp. Wird nun zu Anfang nur die Telefonnummer an Facebook übermittelt dürfte das nur der Start sein für mehr Datenaustausch zwischen Facebook und seinem teuersten Zukauf. Schon liest man in diversen Artikeln das es auch Ideen (hier ist wichtig das Wort „Ideen“ auch so zu sehen, weil konkrete Pläne wurden bis dato noch nicht veröffentlicht) gibt, die weiterführend sind.

Wirklich überraschend dürfte dieser Schritt aber keinem sein. Schließlich hat sich Facebook die Übernahme von Whatsapp mal 20 Milliarden US$ kosten lassen. Das man den einstmaligen Messanger Konkurrenten damit nicht einfach mal so weiter laufen lassen will wie gehabt, war irgendwie auf der Hand liegend. Da neben Google Facebook die zweit schlimmste Datenkrake ist und man in diesem Unternehmen sehr viel wert darauf legt möglichst viele Informationen über seine Nutzer zu bekommen.

Jetzt ist hier aber auch wieder viel Wind im Wasserglas durch die Presse gemacht worden, da die meisten Facebook User, welche auch Whatsup nutzen, bereits ihre Mobilfunknummer bei Facebook hinterlegt haben. Somit ist jetzt dieser erste Schritt der Nutzerdaten-Integrierung eher ein kleinerer Schritt….aber die Frage ist und bleibt: What s next? Zwar wird weiterhin davon gesprochen das Nachrichten nicht auswertbar sind (dank End-to-End Verschlüsselung), aber es gibt auch noch andere Daten die man auswerten kann, die dabei helfen die Marketing-Maschinerie von Facebook zu optimieren.

Dabei gibt es diverseste Anbieter von Short Messaging Apps, die genau die gleichen Features anbieten wie Whatsapp, ohne das man sich der Datenkrake hingeben muss. Ich möchte an dieser Stelle einmal 3 Alternativen vorstellen. Bevor ihr jetzt fragt, warum nur drei und nicht wie andere Artikel 5,7 oder 10 Alternativen? Die Antwort ist:

Ich hab bei meinen Recherchen einen gewissen Fokus auf Datensicherheit gelegt. Aufgrund von wenig Background-Informationen bzw. negativen Berichten habe ich andere Anbieter nicht in meine Liste aufgenommen.

Telegram

Der erste Anbieter ist auch gleichzeitig mein Favorit, wenn es um kostenlose Messanger geht. Telegram bietet die gleichen und noch mehr Features an wie Whatsapp, hat jedoch keine Verbindung zu Facebook oder anderen Networks. Im Gegensatz zu Whatsapp bietet Telegram aber ein Feature das Whatsapp nciht hat…den „geheimen Chat“. Eine sichere Verbindung, bei der mit einer individuellen „Selbstzertörung“ versehen werden kann, nach deren Ablauf sich der Inhalt der Unterhaltung á la „Mission Impossible“ selbst zerstört und nicht wieder aufgerufen werden kann. Dieses Feature plus die einfache und übersichtliche Bedienung machen Telegram definitiv zur Nr. 1 der kostenlosen Alternativen!

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Signal

Es kommt wohl nicht so oft vor, dass Edward Snowden eine App empfiehlt. Und wenn er das tut, dann kann man davon ausgehen das es irgendwas mit Datensicherheit zu tun hat.

So auch hier im Fall von „Signal“. Der Messanger schreibt sich auf die Fahne „Quelloffen“ zu sein, sprich das jeder den Quellcode der App einsehen und die Protokolle prüfen kann. Scheint wohl auch der Fall gewesen zu sein, da soweit ich das recherchiert habe, alle grossen Computerzeitschriften dem Messanger (ehemals TextSecure) diesen Punkt Datensicherheit als Pluspunkt zuschreiben.

Ebenso ein nettes Feature ist der Selbstzerstörungs-Mechanismus, den man Unterhaltungen hinzufügen kann. Sollte eine bestimmte Anzahl an Nachrichten gesendet und empfangen worden sein (z.B. 500 Nachrichten), löscht Signal automatisch alles was älter ist und über die 500 Nachrichten hinaus geht. So gesehen kann man auch diese Zahl auf 10 oder weniger einstellen, dann bleiben keine Daten auf dem Smartphone erhalten.

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Threema

Der letzte Kandidat in meiner Vorstellung ist „Threema“. Ich empfehle Threema auch bewußt als letzen im Bunde, da Threema entgegen den beiden vorherigen Apps kostenpflichtig ist. Mit 2,49 EUR bzw. 2,99 EUR immer noch erschwinglich, aber halt nicht kostenfrei. Vor rund 3 Jahren machte Threema auf sich aufmerksam, als im Zuge des Whatapp Sicherheits-Skandals nach Alternativen gesucht wurde. Damals war Threema einer der ersten Direct Messangers der die End-2-End Verschlüsselung implementierte, die Nachrichten nur auf dem Smartphone des Senders und des Empfängers lesbar macht. Sehr zum Zorn der NSA damals. Threema basiert (wie die meisten „sicheren“ Messanger) auf dem NaCl Verschlüsselungs-Protokoll das bis heute von Experten bis heute als die sicherste Methode zur Verschlüsselung von Nachrichten gilt. Threema ist zwar in die Kritik geraten, da der Quellcode nicht offen einsehbar ist, doch Tests haben bis dato auch noch keine Sicherheitslücken in der Software nachweisen können.

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Warum also nicht wechseln?

Man könnte meinen, dass es total einfach nun ist auf eine der beschriebenen Apps auszuweichen. Die Features sind gleich und in einigen Fällen sind die Alternativen sogar besser als Whatsapp. Seltsammer Weise ist dem aber nicht so. Warum? Die Antwort ist denkbar einfach: Bequemlichkeit. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Whatsapp war die App, die den Bereich Direktnachrichten umgekrempelt hat und die Position des Platzhirsches inne hat. Somit stürmt die Masse dahin, wo auch der Rest der Masse ist. Dabei ist es echt nur ein kleiner Schritt. Da der Schritt meistens sogar nicht mal mit Kosten verbunden ist (Ausnahme: Threema) bleibt eigentlich nur zu sagen: Give it a try!

(Anmerkung von mir: Ich bin auf allen genannten Messangern zu erreichen 😉 )

Zusammenfassung

Facebook will Whatsapp mehr mit seiner Online-Plattform verknüpfen und zieht sich deshalb nun die Telefonnummern der Whatsapp User, um die Nutzer beider Dienste mit besserer Werbung versorgen zu können. Das schmeckt nicht Jedem. Wer auf der Suche nach Alternativen ist, kann sich diese drei Apps einmal anschauen.

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