Als ich als gesundheitlich “leicht angedischt” längere Zeit im Krankenhaus gelegen hab brachte mir mein Dad Schach bei. Gut, einem 5 jährigen der nicht mal seinen Namen vernünftig schreiben konnte war vielleicht nicht mit grossen Erwartungen verbunden, aber es half mir die Zeit damals zu überbrücken, in der man das Krankenhausbett nicht verlassen durfte/konnte. Später spielte ich dann in der Grundschule gegen meinen Direktor häufig in den Pausen, bis ich ihn irgendwann geschlagen hab, und ihm in meinem Übermut mein Buch “Schach für Anfänger” überreichte. Ich glaub er fand das nicht so wirklich prickelnd, auch wenn meine Intention eher gut war. Aber als Grundschüler seinen Direktor im Schach zu schlagen hatte was. Den größten Knick meiner Schachkarriere hat wohl die Pubertät und die damit verbundene Prioritäten Verlagerung in Richtung des weiblichen Geschlechts verursacht. Long story short. Ich spiel schon verdammt lange Schach. Früher waren Chessbase so der “heilige Gral” aller Schach-Fans mit dem Aufkommen des Computers. Und im Fahrwasser von Chessbase kam FRITZ “der kleine Bruder von Chessbase” den JEDER Schachspieler geliebt hat. Ich kannte zumindest niemanden der FRITZ nicht zuhause munter ein paar Partien gespielt hat und danach sich in aller Ausführlichkeit vom Programm erklären hat lassen, was man da eigentlich gespielt hat und wo man seine Fehler gemacht hat. Nein, FRITZ damals für uns einfach das Computerprogramm mit dem alle irgendwie zu tun hatten.

But as time goes by, das Internet gewann immer mehr an Bedeutung und auch wenn Chessbase immer noch seinen Platz bei uns Schachspielern hat, und wohl auch immer ein Hort der “Amateure und Profis” sein wird, hat eine andere Plattform hier ihr wohl den Rang abgelaufen: chess.com

Auf chess.com findet man vom “ab und zu”-Spieler bis zum Großmeister so ziemlich jede Spielerklasse. Ok, die GMs und IMs dieser Welt spielen dann hauptsächlich gegeneinander, sodass die Chance einmal gegen einen Profi zu spielen relativ gering ist. Aber das ist auch eingentlich eine der Stärken von chess.com: Das ausgewogene Balancing der Spielpaarungen. Man wird im Grunde immer gegen ähnlich starke Gegner gelost und kann seine Spielstärke so nach und nach verbessern und sein Ranking nach oben steigern. Ähnlich der bekannten DWZ (deutsche Wertungszahl) oder international ELO kann man anhand der Punktzahl so ungefähr einschätzen, wo sich der Gegner befindet.

Spiel-Modi in Hülle und Fülle

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Auch was dmit unterschiedlichen Bedenkzeiten spielen. Vom 1 Min Superblitzschach (was auch immer das für einen Sinn hat) über das klassische Blitzschach (5 min), Schnellschach (bis 30 min) bis hin zur offiziellen 2 Stunden Bedenkzeit Partie oder gar bis 7 Tagen … ist alles möglich (so lange Du einen Gegner findest, der den gleichen Spiel-Modus gut findet wie Du). Entsprechend gibt es auch die Möglichkeit jederzeit ein Turnier zu finden und daran teil zu nehmen, in welchem man dann Badges sich verdienen kann. Auch hier finden sich alle gängigen Turnier-Modi (z.B. Schweizer-System) nach denen in der heutigen Zeit Turniere ausgetragen werden. Und durch die Internationalität und die daraus resultierende Zeitzonen, kann man faktisch 24/7 an solchen Turnieren teilnehmen.

Menschen aus aller Welt

Einer der schönsten Aspekte an chess.com ist die Multinationalität. Spieler aus allen Teilen der Welt finden sich hier (schön zu sehen an der Landesfahne neben dem Nickname). Hier kann man bemerken, wie unterschiedlich die Strategien/Eröffnungen/Verteidungen im Schach in anderen Ländern gespielt werden. Man wird auf einmal mit Verteidigungen konfrontiert die dein Gegner locker lässig runterspielt, wo man selbst erstmal staunt das sowas überhaupt möglich ist. Spätestens wenn die eigene Strategie auf einmal nicht mehr dann aufgeht überlegt man sich beim nächsten Mal wie man reagieren könnte. Unglaublich faszinierend! Und es macht auch echt Spaß! Garantiert!

Wem das PvP noch nicht zusagt, weil er/sie das königliche Spiel noch nicht kann bzw. lernen möchte kann aber auch gegen einen immer stärker werden Computer-Gegner sein Glück versuchen. Ich kann sagen, ab Stunde 12 kommt man mit dem 08/15 ziehen nicht mehr allzu weit und Gehirn anstrengen ist angesagt. Wer ganz frisch an das Thema Schach geht, dem bietet man bei chess.com eine auf 12 Lektionen ausgelegte Schach-Schule die das Figuren ziehen schnell und leicht verständlich erklärt. Ich hab die erste Lektionen selbst mal durchgeklickt und muss sagen, dass es wirklich leicht verständlich ist. Daumen hoch dafür.

Vorbei sind die Zeiten der Einsteigerbücher würde ich mal behaupten. Hier ist Play and Learn angesagt.

Wer denkt hier endet das Angebot, der irrt sich. Es gibt neben verschiedenen (Ab-)Arten von Schach (z.B. Pogschach) kann man auch sich an Taktik-Aufgaben mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden versuchen. Ich bin gerade bei LVL 11 und gerade fängt es an das erste Mal kniffelig zu werden. Aber das sorgt auch dafür das einem er Spass am königlichen Spiel nicht ausgeht.

Fazit: Schach spielen kann wieder richtig Spaß machen!

Chess.com ist wohl die angenehmste Art Schach in der heutigen Zeit online zu spielen. Gerade in COVID-19 Zeiten ist es auch eine der sichersten Arten sich zum königlichen Spiel zusammen zu finden und dabei auch noch neue Leute und Spielweisen kennenzulernen. Für mich persönlich war chess.com der Wieder-Einstieg in die Welt des Schachs, nachdem ich über 10 Jahre nicht mehr aktiv im Verein gespielt hab. Es gibt hier wirklich ALLES (und ich mein das genau so wie ich es schreibe) was das Schach-Herz begehrt. Vom Anfänger bis zum Großmeister finden sich hier alle Spielstärken inkl. einer KI, wenn man mal keinen Bock auf menschliche Gegner hat.

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